Sterntaler 93

Manchmal sitze ich am Küchentisch,

und rieche den Duft

der frischen Brötchen,

die Du immer gebacken hast.

 

Manchmal sitze ich vor dem Fernseher,

und fühle Deinen schützenden Arm

auf meiner Schulter.

 

Manchmal stehe ich in der Sonne,

und denke,

daß Du es bist,

der mich wärmt.

 

Manchmal ergreife ich meine Hand,

und rede mir ein,

daß Du sie in Deiner hältst.

 

Manchmal stehe ich vor Deinem Grab,

und denke,

Du bist noch da.

Hab keine Angst,

sagst Du,

doch ich sehe das Messer

hinter Deinem Rücken.

 

Nur Mut,

sagst Du,

doch ich rieche

den Schweiß der Angst an Dir.

 

Es wird alles gut,

sagst Du,

doch ich spüre das Zittern Deiner Hände.

 

Laß mich nur machen,

sagst Du,

doch ich sehe Dein Gesicht,

starr und voller Angst.

 

Es ist zu spät,

sagst Du,

als Du endlich den Vorhang beiseite schiebst,

und ich die tiefe Wunde

in Deinem Herzen sehe.

Nie wieder

will ich mich

so bloßstellen.

 

Nie wieder

will ich

so verletzlich sein.

 

Nie wieder

will ich mein Herz,

meine Seele,

so offenlegen.

 

Nie wieder

will ich mich der Willkür

eines anderen Menschen

so aussetzen.

 

Nie wieder

will ich mich

verlieben?

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