Guten
Morgen, Darwin
Pathos
Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage,
wie der verzweifelte Versuch,
die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen.
Laß sie ruhen,
sage ich zu mir.
Laß uns ab und an
mit einem versonn´nen Lächeln auf dem Gesicht
an sie denken.
Laß uns einen Stein auf ihr Grab setzen,
und schreibe zum Gedenken
diese Worte auf den Stein.
Ein kräftiges Rot,
so lebendig,
daß ich den Herzschlag der Farben
erahnen kann.
Ein sattes Gelb,
so trocken streckt es sich
der Sonne entgegen,
die es verbrennt.
Ein mageres Grün,
als lägen die Pflanzen,
die es tragen,
auf dem Sterbebett.
Farben wie ein Gemälde,
beinahe zu schön um wahr zu sein,
so ganz anders als alles,
was ich je gesehen habe.
Farben, Sand und Büsche,
in stummer Erwartung
der wenigen Regentropfen,
die sie am Leben erhalten.
Vielleicht ist dies der Ort,
an den sich die Natur
ab und an zurückzieht,
um zu malen.
Ich weiß es nicht,
doch ohne Frage ist dies der Ort,
an dem sie ihre Meisterwerke malt.
Australien.
GUTEN MORGEN, DARWIN
Am Morgen,
die Sonne
steht schon hoch am Himmel,
die Uhr zeigt acht
oder halb neun.
Die kleine Stadt
am Ende der Welt
erwacht aus ihrem Schlummer.
Sie reckt und streckt sich,
noch ein letztes
ausgiebiges Gähnen.
Und da stehe ich nun,
und ich warte
auf die morgendliche Hektik,
auf hastende Menschen,
die mit dem Frühstück
noch in der Hand
zu ihrem Arbeitsplatz eilen.
Ich warte,
und ich warte vergeblich,
denn die Hektik ist hier fremd.
Bleib so,
sage ich zu der kleinen Stadt am Ende der Welt,
bleib wie Du bist,
Du könntest mir nicht besser gefallen.