Der Gedankensurfer
Ein kleines Kreuz
auf einem kleinen Grab,
ein Teddybär hängt daran.
Ich lese die Jahreszahlen,
viel zu wenig Zeit,
für ein ganzes Leben.
Mein Magen zieht sich zusammen,
ich friere.
Und ich frage mich,
was ist das für ein Gott,
der es zuläßt,
daß ein Teddybär sein Dasein
auf einem Friedhof fristet.
Manchmal scheint die Welt
für mich stillzustehen.
Doch sie dreht sich
rücksichtslos weiter.
Manchmal möchte ich die Welt umarmen,
doch sie ist so groß,
daß ich sie niemals
ganz umgreifen kann.
Die Welt scheint es wenig zu interessieren,
was ich denke und fühle,
ob ich lache oder weine,
ob ich glücklich bin,
oder ob ich am liebsten tot sein möchte.
Deshalb schreibe ich auf,
was ich denke und fühle.
Nicht für die Welt,
doch für all jene,
die es interessiert.
FÜR Tim
Manchmal noch nehm ich
Deine Fotos in die Hand,
und mir ist,
als säße ich in einer Zeitmaschine.
Ich fühle mich
um Jahre zurückversetzt,
und ein wenig ist er wieder da,
der alte Durst nach Liebe.
Der Wunsch nach Händen,
die mich berühren und streicheln,
nach einer Stimme,
die zu mir sagt,
ich liebe Dich.
Der Wunsch nach den
Schmetterlingen im Bauch.
Doch das Männchen
in mir drin,
das so nach Liebe lechzte,
ist gegangen.
Und es hat dem Männchen Platz gemacht,
das die Fäuste ballt,
und zu mir sagt,
vergiß nicht,
wie brutal Hornissen sein können,
die einmal Schmetterlinge waren.
Vergiß nie,
niemals,
wie zerstörerisch Gefühle sein können.